Facebook merkt sich, wie seine Nutzer aussehen

FacebookFacebook ist für eine Funktion unter Beschuss gekommen, die Gesichtserkennungs-Software verwendet, um den Mitgliedern zu erlauben, Bilder von ihren Freunden auf dem sozialen Netzwerk zu taggen.

Nachdem diese „Tag Suggestions“-Funktion ihr Debüt auf Facebook in den USA vor bereits sechs Monaten hatte, zieht sie nun erneut die Aufmerksamkeit auf sich, nachdem Facebook die Funktion nun auch in anderen Ländern aktiviert hat.

Justin Mitchell, ein Facebook-Ingenieur, sagte in einem Blog-Eintrag, dass Tagvorschläge nun in den meisten Ländern aktiviert sind.

Gesichtserkennungssoftware merkt sich die Gesichter von Tags in Fotos und schlägt aufgrund dieser Daten nun Nutzern beim Hochladen neuer Fotos den Namen des durch die Software erkannten Freundes zum taggen vor.

Obwohl die Funktion in den Vereinigten Staaten im Dezember startete, kam sie nun nach einem Blog-Eintrag von Graham Cluley von der Sicherheitsfirma Sophos erneut auf den Prüfstand.

Cluleys Einwände richten sich gegen die Freigabe der Foto-Tagging-Funktion ohne den Nutzern einen Hinweis zu geben und die Tatsache, dass es ein Opt-in statt ein Opt-out-Prozess sein sollte, so dass Anwender einbezogen werden, wenn Einstellungen für neue Funktionen vorgenommen werden.

„Die Markierung (der Tag) wird immer noch von Ihren Freunden und nicht durch Facebook vorgenommen, aber Facebook drängt nun regelrecht dazu, den Tag zu setzen“, sagte Cluley.

„Facebook gibt Ihnen kein Recht, Ihre Tags zu genehmigen“, sagte er. „Statt dessen liegt es an Ihnen, sich in jedem Foto, in dem Sie ein Freund getaggt hat, unzutaggen (also den Tag zu löschen).“

„Viele Menschen fühlen sich deutlich unwohl, von einer Webseite wie Facebook zu lernen, wie sie aussehen, und die Verwendung dieser Informationen ohne deren Zustimmung“, fuhr er fort.

„Die Verantwortung sollte nicht beim Facebook-Nutzer liegen, mit einem „opt-out“-Verfahren die Gesichtserkennung zu deaktivieren, sondern der Nutzer sollte mit einem „opt-in“ die Funktion bewusst aktivieren, so Cluley.

„Dass die Anwender diese Funktion deaktivieren können, nachdem diese bereits von Facebook aktiviert wurde, ist kein Ersatz für einen Opt-in-Prozess“, sagte der US-Abgeordnete Edward Markey, ein Demokrat aus Massachusetts.

„Wenn dieses neue Feature so nützlich ist, wie Facebook behauptet, sollte es sich selbst behaupten können, ohne eine automatische Aktivierung, welche Änderungen der Privatsphäre-Einstellungen der Nutzer ohne deren Zustimmung sind“, erklärte Markey.

„Wir haben die Tagvorschläge-Funktion eingeführt, um Menschen zu helfen, Tags von ihren Freunden in Fotos hinzuzufügen, etwas, das derzeit mehr als 100 Millionen Mal am Tag getan wird“, sagte ein Facebook-Sprecher in einer Stellungnahme gegenüber AFP.

„Wenn aus irgendeinem Grund jemand nicht mit seinem Namen vorgeschlagen werden möchte, kann man die Funktion in den Privatsphäre-Einstellungen deaktivieren“, sagte der Sprecher.

So lässt sich die Gesichtserkennung deaktiveren

Gehen Sie als angemeldeter Facebook-Nutzer mit der Maus in der rechten oberen Ecke auf „Konto“. Wählen Sie dann -> Privatsphäre-Einstellungen -> Benutzerdefinierte Einstellungen -> Freunden Fotos von mir vorschlagen. Wählen Sie diese Funktion ab, werden Sie laut Facebook Freunden nicht zur Gesichtserkennung vorgeschlagen.

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  1. Hamburgs Datenschützer Johannes Caspar warnt nun vor “erheblichem Missbrauchspotenzial” der Gesichtserkennung.
    Hamburg warnt Facebook

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